

![]()
Reaktivierung
der Saaraue bei Wadgassen Hostenbach
(1.
Bauabschnitt)
Gemeinde Wadgassen
Gemeindebezirk Hostenbach
Veranlassung und Aufgabenstellung
Zu den in der
europäischen Wasserrahmenrichtlinie festgelegten Kriterien für einen guten
ökologischen Zustand gehören neben der Wasserqualität auch eine naturnahe,
vielfältige Ufer- und Auenstruktur, was auch einen funktionierenden
Überschwemmungsbereich einschließt.
Das Ingenieurbüro Leibfried & Saar GmbH, Eppelborn, wurde von der Naturlandstiftung Saar beauftragt, einen ehemaligen Standort der Völklinger Hütte (jetzt Saarstahl AG) in Wadgassen-Hostenbach diesbezüglich zu untersuchen und eine technische Grundkonzeption zur Reaktivierung der Saaraue in diesem Bereich zu erarbeiten.
Es ist vorgesehen, das bestehende Höheniveau der Projektfläche durch Absenkung bzw. Rückbau vorhandener Aufschüttungen an den Wasserstand der Saar anzugleichen. Das geplante Höhenniveau wird so festgelegt, dass ein Retentionsvolumen für Hochwasserereignisse der Saar zur Verfügung gestellt werden kann. Des Weiteren soll durch die Maßnahme eine naturnahe Auenentwicklung eingeleitet werden.
Die im März 2002 erstellte Vorplanung beinhaltete die Betrachtung und Auswertung mehrerer Kriterien. Dazu gehörte insbesondere die Einteilung der Gesamtfläche in verschiedene Bauabschnitte, die hinsichtlich Eigentumsverhältnisse, Kostenaufwand, technischer Durchführbarkeit sowie technischem und ökologischem Nutzen untersucht und bewertet wurden.
Die für die Maßnahme vorgesehene Fläche
liegt in der Gemeinde Wadgassen, nördlich der Ortslage von Hostenbach zwischen
der Autobahn A620 und der Saar. Die Gesamtfläche des Projektgebietes zwischen
dem Leinpfad (Radweg an der Saar) und der Eisenbahntrasse parallel zur Autobahn
A620 beträgt ca.
Der erste Bauabschnitt begrenzt die westliche
Spitze der Gesamtprojektfläche bis zum Verbindungsweg zwischen Leinpfad und
Gemeindezufahrt. Er weist eine weitestgehend flache Geländestruktur auf (s.
Fotos). In dem insgesamt ca.



Planungsbeschreibung
Zur Herstellung der geplanten Retentions- und
Biotopfläche wird das bestehende Geländeniveau um bis zu
Um die Durchströmung der Abgrabungsfläche bei Hochwasser zu gewährleisten, wird unter dem Zufahrtsweg ein Rohrdurchlass eingebaut. Eine bisher über einen offenen Graben entwässernde Dränageleitung wird zukünftig über eine Rohrleitung ganzjährig in die Retentionsfläche entwässern.
Innerhalb der Abgrabungsfläche der reaktivierten Saaraue werden mehrere Vertiefungsbereiche angelegt. Durch diese Vertiefungen entstehen Vernässungsbereiche, die sich als dauerhafte Feuchtbiotope entwickeln sollen. In den angelegten Vernässungsbereichen sammelt sich bei sämtlichen auftretenden Regenereignissen Wasser, unabhängig von einer Hochwassersituation der Saar.
Aufgrund des Höhenniveaus des Leinpfades, das oberhalb der Wasserspiegellage eines 10-jährlichen Hochwasserereignisses liegt, müssen direkte Verbindungen zur Saar hergestellt werden. An zwei verschiedenen Stellen werden daher Durchlässe eingebaut, die gleichzeitig als Brücke für den Leinpfad dienen.
Projektsteuerung
Die Projektsteuerung obliegt dem Zweckverband Illrenaturierung. Der Zweckverband Illrenaturierung setzt sich zusammen aus den vier saarländischen Gemeinden Eppelborn, Illingen, Marpingen und Merchweiler sowie der Naturlandstiftung Saar. Bisherige Aufgabe dieses Zweckverbandes war und ist es, das 'Gewässerrandstreifenprogramm Ill' durchzuführen, ein Naturschutzgroßvorhaben mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung, das in 13 Jahren Laufzeit mit 17,5 Mio. € vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Ministerium für Umwelt des Saarlandes zu rund 15 % finanziell gefördert wird. Die restlichen rund 10 % steuern die vier Zweckverbandsgemeinden bei. Die Mittel wurden und werden für die Planung, den Erwerb von Grundstücken in den so genannten Kernbereichen (Bäche einschließlich ihrer Auen) sowie für Biotoplenkende Maßnahmen zur Renaturierung der Ill und ihrer Nebenbäche investiert. Seit November 2002 steht das Projektgebiet des 'Gewässerrandstreifenprogramms Ill' unter Naturschutz. Am 31.12.2004 läuft die Förderphase des Renaturierungsprojektes aus.
Die bisher in diesem Projekt gemachten Erfahrungen im Bereich Gewässer- und Auenrenaturierung haben die Naturland Ökoflächenmangement gGmbH (ÖFM) dazu veranlasst, den Zweckverband Illrenaturierung mit der Projektsteuerung des Vorhabens zu betrauen.
Mitarbeiter der
Projektsteuerung
Ulrich Heintz, Diplom Geograf
Rasmund Denné, Umwelttechniker
Eva Güthler, Diplom Biologin